Paul Sous alias Käpten Nobbi. (Foto: Paul Sous)

Meet Paul Sous alias Käpten Nobbi

Paul Sous alias Käpten Nobbi. (Foto: Paul Sous)

[English version bellow]

Paul Sous ist ein Künstler aus Aachen. Sein wohl bekanntestes Motiv ist „Käpten Nobbi“, ein Affe, der in verschiedene Rollen schlüpft, um Geschichten zu erzählen. „Geschichten erzählen“, dafür macht Paul seine Kunst, wie er im Interview mit Creatopia erzählt, und sie soll die Menschen unterhalten. Dabei entspricht er nicht der romantisierten Vorstellung eines Malers, der nur Bilder malt und ansonsten seine Zeit vertändelt. Ein moderner Künstler muss organisieren, kommunizieren und sich selbst vermarkten, wie Paul erzählt. Selbst bezeichnet er sich als „Sachenmacher“, blickt neben einer Ausbildung als Licht- und Reklamehersteller auf ein Handwerkdesign-Studium und eine sehr aktive Zeit in der Aachener Street-Art-Szene zurück. In seinem künstlerischen Arbeiten vereint er diese Einflüsse und wandelt damit zwischen Kunst und Handwerk. Erreicht hat er damit schon Beachtliches: Galerien in Berlin, Köln, Karlsruhe, Münster und Trier führen seine Werke, im vergangen Jahr stellte er an verschiedenen Standorten in Deutschland aus.

Ein zentraler Teil von Pauls Kunst ist seine Herkunft: Aachen. Zwar findet man die Stadt in seinen Werken selten explizit wieder, doch sein Netzwerk aus Freunden, seine Heimat und seine Herkunft ist es, woraus er Inspiration und Vertrauen schöpft. „Es kommt eigentlich immer wieder auf Aachen zurück“, erzählt er. Galeristen von ihm werben damit, dass er aus Aachen kommt – und eben nicht aus einer Stadt wie Berlin. „Deswegen möchte ich das Wort Aachen in meiner Vita überhaupt nicht missen“, fügt er an. Denn hier sind seine Freunde und Familie zuhause, „und darüber hinaus hat Aachen auch eine krasse Kreativszene“, erzählt er begeistert.

Über Aachen, was ihm diese Stadt bedeutet, über seine Arbeitsweise als Künstler und seine künstlerischen Anfänge, über seine Ausbildung, sein Studium und seine Vergangenheit in der aktiven Aachener Street-Art-Szene und vieles mehr spricht Paul Sous im Creatopia-Interview.

Käpten Nobbi (Foto: Paul Sous)

Interview mit Paul Sous

Paul Sous: Ich habe früher schon Muttern und Schrauben aufeinander geklebt. Ich war immer am frickeln und habe Dinge gefunden, die man wiederverwerten kann. Bis heute hat sich da nichts verändert. Früher dachte ich natürlich nicht daran, dass ich damit irgendwann mein Geld verdiene. Aber es war diese spielerische Herangehensweise, die mich dazu gebracht hat, immer am Ball zu bleiben und weiterzumachen.

Creatopia: Kannst du dich an den Moment erinnern, als dir bewusstwurde, dass du hauptberuflich Kunst machen möchtest?

Paul Sous: Eigentlich habe ich meine Freizeit schon immer damit verbracht, Bilder zu malen und mich künstlerisch auszudrücken. Das fing sehr früh mit Schlumpf-Comics an. Die habe ich erst abgezeichnet und damit dann neue Welten kreiert. Später kamen auch andere Einflüsse hinzu, viel durch Serien die ich als Kind geschaut habe, beispielsweise dem Pumuckl. Einen ganz bestimmen Moment kann ich allerdings gar nicht festlegen. Ich war mir schon immer darüber bewusst, dass es mir eine Menge Spaß macht, Sachen zu kreieren, und dass in dieser Richtung alles möglich ist. Irgendwann habe ich mich dann dazu entschieden, einfach immer weiter zu machen, mich aber gleichzeitig mit offenen Augen immer wieder selbst zu hinterfragt: Werde ich besser und was kann sich daraus entwickeln? Irgendwann fasste ich dann den Vorsatz: Ich mache in meiner Freizeit nur Dinge, die in Richtung Kunst gehen. Sei es irgendetwas malen, etwas zusammenbauen, kleben, schrauben – was auch immer. Dann habe ich mir meine komplette Freizeit mit Street Art und verschiedenen Ausstellungen gefüllt. Dadurch viele neue Leute kennengelernt, die auch künstlerisch tätig sind oder waren. Mit diesen Leuten habe ich mich dann gegenseitig bestärkt, dass wir die Leute sein können, die in Aachen Veranstaltungen und Kunstausstellungen organisieren. Und dieser ganz feste Bestandteil meiner Freizeit wurde dann irgendwann zu meinem Beruf.

Creatopia: Du betonst immer wieder, wie wichtig dein Umfeld und dein Netzwerk für dich ist. Hast du dadurch erst zur Kunst gefunden und könntest du dir auch vorstellen, an einem anderen Ort als Aachen Kunst zu machen, ganz ohne dein Netzwerk?

Paul Sous: Ich hatte großes Glück, denn meine Eltern haben mich bereits sehr früh zu Ausstellungen mitgenommen. Sie hatte in ihrem Freundeskreis Künstler, zu deren Vernissagen wir immer gingen. Mit sechs Jahren besuchte ich meine erste Vernissage, damals habe ich noch überhaupt nicht verstanden, wieso man überhaupt eine Kunstaustellung eröffnet. Diese Tatsache hat einen sehr bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und auf einmal stand ich dann da, und hatte meine eigene, kleine Ausstellung. Gemeinsam mit Leuten, die ich mag. Die über die Jahre zu Freunden wurden und von denen ich wusste, dass sie genauso leidenschaftlich wie ich dabei sind, wenn es darum geht, Dinge zu kreieren. Aachen hat die perfekte Größe, um fußzufassen. Hier kann man sehr schnell – wenn man kontinuierlich dabei ist – sehr bekannt werden. Natürlich geht das nicht allein. Man muss viele Leute treffen, mit diesen Leuten sprechen und auch selbst sehr engagiert sein. Dann tut sich eine ganz neue Blase auf und dieses Netzwerk war in den ersten Jahren extrem wertvoll für mich.

Creatopia: Welche Orte sind in Aachen besonders wichtig für dich? Gibt es gar Orte, zu denen du immer wieder kehrst, um dich inspirieren zu lassen?

Paul Sous: Früher war der Globus hinter dem Media-Markt der Anlaufpunkt für Street Art, aber auch der Skateshop Supreme. Dort habe ich Leute getroffen, die selbst gesprayt haben und einen coolen Lifestyle führten, so dachte ich damals. Dort kam ich mit Street Art in Kontakt und daran erinnere ich mich auch heute noch sehr gerne. Danach habe ich dann auch den Rest der Stadt – mit den ganzen Graffiti und Stickern – bewusster wahrgenommen. Seitdem nehme ich sehr viel Inspiration aus meinem Alltag heraus, dort offenbarte sich für mich nochmal eine ganz neue Welt. Bestimmte Orte habe ich also nicht, Inspiration ziehe ich ganz unterbewusst aus meinem tagtäglichen Leben. Sei es beim Einkaufen, an einer roten Ampel oder irgendwelchen anderen spontanen Situationen. Es kann wirklich überall sein. Ich suche nicht nach neuer Inspiration, die kommt einfach. Auch wenn ich einfach nur zu Hause sitze.

Creatopia: Machst du auch heute noch Street Art?

Paul Sous: Tatsächlich nicht mehr. Ich habe früher ganz alleine angefangen und dann auf einer WG-Party ‚Senor Schnu‘ kennengelernt. Das ist der mit dem angebissenen Eis, der jetzt nach Berlin gegangen ist. Im Laufe der Jahre kamen dann immer mehr Leute dazu, mit denen haben wir eine Street-Art-Kombo gebildet. Nächtelang sind wir durch die Stadt gezogen und es wurden in den Zeitungen Artikel über uns geschrieben. Irgendwann habe ich dann gemerkt, genau mit diesen Leuten haben wir den perfekten Zeitpunkt erwischt, um etwas zu erreichen. Anfangs haben wir es rein aus Vergnügen gemacht. Einige sind dann aber stetig dabeigeblieben und haben es zu etwas ausgebaut, was sie bis heute machen. 2016 hat das angefangen. Damals sind wir wirklich jeden zweiten Tag rausgegangen.

Creapotia: Macht es dich glücklicher, wenn du Kunst von dir im Rahmen einer Ausstellung oder auf der Straße siehst?

Paul Sous: Also ich schmunzele schon immer noch, wenn ich abgerottete Sticker von mir auf der Straße sehe. Ich freue mich auch darüber, dass die Sticker noch immer hängen, aber mein Fokus hat sich geändert. Mir war es immer ein bisschen zu heikel illegale Dinge zu machen. Die Dinge, die ich an der Street Art mochte, versuche ich heute in meine Arbeiten mit aufzunehmen. Und natürlich muss ich auch sagen, ich kann mittlerweile mit der Kunst mein Geld verdienen und wenn ein Bild in einer Ausstellung oder einer Galerie hängt, ist es schon ein anderes Gefühl als auf der Straße. Trotzdem, die Wurzeln zu sehen, und dann meiner Tochter zu erzählen, dass der Papa hier mal geklebt hat, ist schon sehr schön. Zumal sie die Affen auch schon erkennt.

Creatopia: Wie oft zweifelst du an dir und deiner Kunst?

Paul Sous: Wenn ich wirklich an mir zweifele und mir nichts gelingt, dann weiß ich, ich sollte mal Luft holen und nicht so wie am Fließband arbeiten. Die Intension ist immer die gleiche: Ich möchte das, was ich in meinem Kopf habe, bildlich umsetzen. Wenn ich dann merke, eine Idee bleibt länger in meinem Kopf als gewöhnlich, und ich feststelle, etwas hat Potenzial zur Kunst zu werden, dann weiß ich meistens genau wie ich beginne. Dann bin ich einfach nur noch gespannt, ob ich die Vorstellung in meinem Kopf mit dem verbinden kann, was dann jeder sieht – also ob es mir gelingt, ein Kunstwerk zu erschaffen. Wenn dies gelingt stelle ich es beiseite und fange das nächste Kunstwerk an. Was ich dann genau damit Aussagen will, kommt mit der Zeit. Meine Ideen sind so durchgetaktet, Zeit zum Zweifeln bleibt da kaum. Wenn ich mal experimentiere ist es meist nur für mich, also keine kaufbare Kunst.

Creatopia: Du hast deine Kunst einmal so beschrieben: „Ich erzähle Geschichten und sorge damit für Unterhaltung“. Was meinst du damit?

Paul Sous: Ich gebe den Leuten, die sich meine Kunst anschauen, den Startpunkt um weiterzudenken. Ich präsentiere denen, was ich für schön oder ästhetisch halte. Es gibt in der Kunst kein richtig oder falsch. Da fragt irgendwann niemand mehr, wieso hast du denn hier rot statt weiß genommen und wieso hast du dieses Bild so gemalt, wie du es gemalt hast. Die fertigen Kunstwerke sollen die Leute dann zuerst einmal unterhalten. Die größte Aufgabe des Lebens ist es, glücklich zu sein und viele Leute vergessen das leider im Alltag. Und wenn meine Kunst die Leute ein bisschen aus dem Alltag reißt, vielleicht Erinnerungen an die eigene Kindheit weckt, dann ist meine Aufgabe getan. Wenn mir das gelingt, habe ich für mich persönlich schon gewonnen.

(Foto: Paul Sous)

Creatopia: Du hast eine Ausbildung als Licht- und Reklamehersteller gemacht, also etwas klassisch Handwerkliches. Wo liegt für dich der Unterschied zwischen Handwerk und Kunst? Siehst du dich als ein Handwerker oder Künstler?

Paul Sous: Ich habe für mich die beiden besten Ausbildungen gefunden. Erstmal die Ausbildung zum Licht- und Reklamehersteller, dann drei Jahre Handwerksdesign studiert. Das Handwerkliche habe ich in der Ausbildung gelernt und die ästhetische Komponente, Design und die Geschichte dahinter, während meines Studiums. Es ist sehr schwer für mich zu sagen: Ich bin Künstler. Dann werden auch oft die Augen verdreht und dieses alte, verstaubte Image eines Künstlers entspricht gar nicht mehr der Wahrheit. Es ist ein Fulltime-Job, welcher viel mehr Dinge umfasst, als ein bisschen auf einer Leinwand zu malen. Man muss sich selbst vermarkten. Diese verschiedenen Dinge zu kombinieren ist eben für mich das Künstlerdasein. Ich kann Rahmen bauen, ich kann Module bauen, ich kann Leuchttechnik bauen und vieles mehr. All das hat noch nichts mit Kunst zu tun, allerdings brauche ich es, um meine Kunst zu präsentieren. Aus dieser Mischung habe ich die für mich wichtigsten Dinge herausgezogen. Es ist dann oftmals mehr als nur ein Bild, meine Bilder können meistens auch etwas. Sie sind beleuchtet oder ähnliches. Deswegen sagte ich oft, ich sorge für Unterhaltung an den Wänden. Man muss sich immer wieder klarmachen: Ein Raum steht und fällt mit den Bildern an den Wänden. Du kannst von dem Stil der Bilder darauf schließen, was für eine Person in diesem Raum wohnt. Wo ich genau hingehöre, weiß ich selbst nicht genau. Das reizt mich auch sehr daran. Dieses Feld zwischen Handwerk und Kunst ist unerschöpflich. Aber genau das ist das Schöne daran, ich habe nie ein Ziel.

Creatopia: Welche Bilder hängen denn an deinen Wänden?

Paul Sous: Meiner Tochter habe ich zur Geburt ein Käpten Nobbi geschenkt, der hängt bei ihr im Kinderzimmer. Meiner Frau habe ich ein Disney-Schloss auf eine Tapeziertischplatte gemalt, weil sie früher mal im Disneyland gearbeitet hat. Mehr Kunst hängt bei mir nicht. Die Bilder, die ich selbst male, hänge ich nicht bei mir Zuhause auf.

Creatopia: Auch keine Bilder von anderen Künstlern?

Pauls Sous: Kinderfotos. Ich brauche zuhause vielleicht das minimalistische, um mich selbst austoben zu können.

Creatopia: Was war der schönste Moment, den du jemals als Künstler erlebt hast?

Paul Sous: Der schönste Moment war tatsächlich, als ich Geld in die Hand genommen habe und damit einen Katalog von mir produzieren ließ. Den habe ich an 17 verschiedene Galerien geschickt und es hat sich tatsächlich eine Galerie zurückgemeldet.

Creatopia: Wann war das und was hat sich daraus ergeben?

Paul Sous: Das war 2017. Es war eine Galerie in Berlin die mir geantwortet hat und schrieb, sie können sich vorstellen, mit mir zusammenzuarbeiten. Ich habe vorher fast zehn Jahre immer wieder versucht, in Galerien reinzukommen, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Vorher lief es immer gleich ab: Ich malte Bilder, veranstaltete eine Ausstellung und hoffte inständig, dass ich etwas verkaufe, um Geld zu verdienen. Jetzt ist es glücklicherweise so, dass ich eine Galerie mit einem festen Kundenstamm habe und die präsentieren meine Bilder. Viele dieser 17 Katalog-Sendungen wurden ignoriert oder kamen zu mir mit dem Vermerk „nicht gelesen“ zurück. Trotzdem war die Rückmeldung dieser einen Galerie der Moment, an dem ich mir damals gesagt habe: Wenn du in der Galerie vertreten bist, kommen auch weitere Galerien auf dich zu. Und so war es dann auch. Dadurch bin ich nun auf dem Stand, dass ich auch außerhalb von Aachen agieren und stattfinden kann. Nach dem Studium habe ich mich dazu entschieden hauptberuflich Künstler zu sein – ohne Sicherheit und ein festes Gehalt – und der Moment, als diese eine Galerie mir dann signalisierte, dass sie gerne mit mir zusammenarbeiten würden, war mein Lichtblick nach zähen Jahren in denen vor allem Durchhaltevermögen gefragt war. Den Brief dieser Galerie habe ich mir bis heute als eine Art Mahnmal aufbewahrt.

Dieses Interview führte Florian Weber.

English version

Paul Sous is an artist from Aachen. His most famous motif is probably „Captain Nobbi“, a monkey who slips into different roles to tell stories. „Telling stories“ is what Paul does his art for, as he tells Creatopia in an interview, and it is meant to entertain people. He does not correspond to the romanticized idea of a painter who only paints pictures and otherwise changes his time. A modern artist must organize, communicate and market himself, as Paul tells us. He describes himself as a „Sachenmacher“, looks back on an apprenticeship as a light and advertising manufacturer, as well as on a study of craft design and a very active time in the Aachen street art scene. In his artistic work he combines these influences and thus walks between art and craft. He has already achieved remarkable things: galleries in Berlin, Cologne, Karlsruhe, Münster and Trier carry his works, last year he exhibited at various locations in Germany.

A central part of Paul’s art is his origin: Aachen. Although the city is rarely explicitly mentioned in his works, it is his network of friends, his home and his origins that he draws inspiration and trust from. „It actually always comes back to Aachen,“ he says. His gallery owners advertise that he comes from Aachen – and not from a city like Berlin. „That’s why I wouldn’t want to miss the word Aachen in my vita at all,“ he adds. This is where his friends and family are at home, „and Aachen also has a crass creative scene,“ he says enthusiastically.

Paul Sous talks about Aachen, what this city means to him, about his way of working as an artist and his artistic beginnings, about his training, his studies and his past in the active Aachen street art scene and much more in the Creatopia interview.

Paul Sous: I used to glue nuts and bolts together. I was always frickeln and have found things that can be recycled. Until today nothing has changed. Of course, in the past, I never thought that I would earn my money with it at some point. But it was this playful approach that made me want to stay on the ball and keep going.

Creatopia: Can you remember the moment when you realized that you wanted to make art full-time?

Paul Sous: Actually I have always spent my free time painting pictures and expressing myself artistically. This started very early with smurf comics. I first signed them and then created new worlds with them. Later, other influences were added, much through series I watched as a child, such as the Pumuckl. But I can’t determine a specific moment in time. I was always aware that I enjoy creating things and that everything is possible in this direction. At some point, I decided to just keep going, but at the same time, with my eyes open, to keep questioning myself: Am I getting better and what can develop from that? At some point I made the decision: I will only do things in my free time that are in the direction of art. Be it painting something, assembling something, gluing, screwing – whatever. Then I filled all my free time with street art and various exhibitions. Thereby I got to know many new people, who are or were also artistically active. Together with these people, I strengthened myself that we can be the people who organize events and art exhibitions in Aachen. And this very fixed part of my free time became my profession at some point.

Creatopia: You always emphasize how important your environment and your network is for you. Is that how you found your way to art and could you imagine making art in a place other than Aachen without your network?

Paul Sous: I was very lucky, because my parents took me to exhibitions very early on. She had artists in her circle of friends, to whose openings we always went. I went to my first vernissage when I was six years old, at that time I didn’t understand at all why one opens an art exhibition at all. This fact left a very lasting impression on me and suddenly I was there and had my own little exhibition. Together with people I like. Who became friends over the years and who I knew were as passionate as I was about creating things. Aachen has the perfect size to get a foot in the door. Here you can become very famous very quickly – if you are there continuously. Of course you can’t do it alone. You have to meet a lot of people, talk to them and also be very committed yourself. Then a whole new bubble opens up and this network was extremely valuable for me in the first years.

Creatopia: Which places in Aachen are especially important for you? Are there even places to which you return again and again to be inspired?

Paul Sous: In the past, the globe behind the Media-Markt was the starting point for street art, but also the skateshop Supreme. There I met people who sprayed themselves and led a cool lifestyle, that’s what I thought at the time. There I came into contact with street art and I still remember it very fondly today. Afterwards I became more aware of the rest of the city – with all the graffiti and stickers. Since then I take a lot of inspiration from my everyday life, there a whole new world revealed itself to me. So I don’t have certain places, I draw inspiration subconsciously from my daily life. Be it while shopping, at a red light or any other spontaneous situation. It can really be anywhere. I am not looking for new inspiration, it just comes. Even if I just sit at home.

Creatopia: Do you still do street art today?

Paul Sous: Actually not anymore. I used to start out on my own and then met ‚Senor Schnu‘ at a flat share party. That’s the one with the ice cream that’s now gone to Berlin. Over the years, more and more people joined us and we formed a street art combo with them. For nights on end we wandered around the city and the newspapers wrote articles about us. At some point I realized that with these people we had found the perfect time to achieve something. In the beginning we did it purely for pleasure. But then some of us stuck with it and developed it into something they still do today. It all started in 2016. Back then we really went out every other day.

Creapotia: Does it make you happier when you see art of yours in an exhibition or on the street?

Paul Sous: Well, I still smile when I see stickers of mine on the street. I am also happy that the stickers are still hanging, but my focus has changed. It was always a bit too delicate for me to do illegal things. The things I liked about street art I try to include in my work today. And of course I also have to say that I can now earn my money with art and when a picture hangs in an exhibition or gallery, it is already a different feeling than in the street. Nevertheless, to see the roots and then tell my daughter that her daddy once stuck his hand in it is very nice. Especially since she already recognizes the monkeys.

Creatopia: How often do you doubt yourself and your art?

Paul Sous: If I really doubt myself and I don’t succeed, then I know I should take a breath and not work like on an assembly line. The intention is always the same: I want to visualize what I have in my head. When I realize that an idea stays in my head longer than usual and I realize that something has the potential to become art, then I usually know exactly how to begin. Then I’m just curious if I can connect the idea in my head with what everyone else sees – that is, if I succeed in creating a work of art. If I succeed, I put it aside and start the next work of art. What exactly I want to say with it then comes with time. My ideas are so well timed, there is hardly any time for doubt. When I experiment, it is usually only for me, not for sale.

Creatopia: You once described your art like this: „I tell stories and provide entertainment“. What do you mean by that?

Paul Sous: I give the people who look at my art the starting point to think further. I present them what I consider beautiful or aesthetic. There is no right or wrong in art. At some point no one asks why you used red instead of white and why you painted this picture the way you did. The finished works of art are supposed to entertain people first. The biggest task in life is to be happy and many people unfortunately forget this in everyday life. And if my art tears people a little bit out of their everyday life, maybe brings back memories of their own childhood, then my task is done. If I succeed, I have already won for myself personally.

Creatopia: You did an apprenticeship as a light and advertising manufacturer, something classically handicraft. What’s the difference between craftsmanship and art for you? Do you see yourself as a craftsman or an artist?

Paul Sous: I have found the two best apprenticeships for me. First of all the training as a light and advertising manufacturer, then three years of studying craft design. I learned the craftsmanship during my training and the aesthetic component, design and the history behind it during my studies. It is very difficult for me to say: I am an artist. Then the eyes are often rolled and this old, dusty image of an artist no longer corresponds to the truth. It is a fulltime job, which includes much more things than painting a little bit on a canvas. You have to market yourself. To combine these different things is for me just being an artist. I can build frames, I can build modules, I can build lighting technology and much more. All this has nothing to do with art yet, but I need it to present my art. From this mixture I have extracted the most important things for me. It is then often more than just a picture, my pictures can mostly do something. They are illuminated or something similar. That’s why I often said that I provide entertainment on the walls. You always have to be clear: A room stands and falls with the pictures on the walls. You can deduce from the style of the pictures what kind of person lives in this room. Where exactly I belong, I don’t know exactly myself. That’s what I find very appealing about it. This field between craft and art is inexhaustible. But that’s the beauty of it, I never have a goal.

Creatopia: Which pictures are hanging on your walls?

Paul Sous: I gave my daughter Captain Nobbi as a birth present, it hangs in her children’s room. I painted a Disney castle on a wallpaper tabletop for my wife because she used to work at Disneyland. I don’t have any more art on my wall. I don’t hang the pictures that I paint myself in my home.

Creatopia: Also no pictures of other artists?

Pauls Sous: Photos of children. Maybe I need the minimalist one at home to let off steam.

Creatopia: What was the most beautiful moment you ever experienced as an artist?

Paul Sous: The most beautiful moment was actually when I took money in hand and had a catalog produced. I sent it to 17 different galleries and one gallery actually responded.

Creatopia: When was that and what did it result in?

Paul Sous: It was 2017, and a gallery in Berlin responded and said they could imagine working with me. I had been trying to get into galleries for almost ten years, to get my foot in the door. Before that, it always happened the same way: I painted pictures, organized an exhibition and fervently hoped that I would sell something to make money. Now, fortunately, I have a gallery with a steady customer base and they present my paintings. Many of these 17 catalog shipments were ignored or came back to me with the note „not read“. Nevertheless the feedback of this one gallery was the moment I told myself at that time: If you are represented in the gallery, more galleries will come to you. And so it was. So I am now on the stand that I can act and take place outside of Aachen. After my studies I decided to be an artist full-time – without security and a fixed salary – and the moment when this one gallery signaled to me that they would like to work with me, was my ray of hope after tough years in which stamina was needed. I have kept the letter from this gallery as a kind of memorial to this day.

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