Fabian Seibert zum hello creator Festival

Fabian Seibert ist ein Designer aus Aachen. Als studierter Maschinenbauer der RWTH Aachen und ehemaliger Student der Academy Of Fine Arts & Design Maastricht ist er seit jeher ein Kreativschaffender der Euregio, obwohl ihn sein kreatives Schaffen international auch immer wieder an die verschiedensten Orte verschlägt. „Für mich ist es zwar sehr schön mal nach Berlin zu fahren und dort eine Woche zu verbringen.“, erzählt er lachend im Interview, „Genauso schön ist es aber auch wieder nach Aachen zurück zu kommen, wo ich alles sacken lassen kann und dann wieder weiter machen kann.“

Fabian Seibert veranstaltet mit Nora Huszka und Marco Iannicelli im Rahmen des hello creator Festivals eine virtuelle Ausstellung in der Galerie vorn und oben in Belgien. Über die Ausstellung seiner Latex Mode, die Potentiale der Euregio für Kreativschaffende und seine Pläne für das hello creator Festival spricht Fabian Seibert im Interview mit Creatopia.

Interview mit Fabian Seibert

Wer bist du eigentlich? Und was machst du so?

Ich bin Fabian Seibert und ich bin Designer und Ingenieur. Ich habe in Aachen Maschinenbau studiert und in Maastricht Produkt- und Schmuck-Design. Direkt nach meinem Studium habe ich mich ganz naiv selbstständig gemacht. Seitdem arbeite ich an einem Sammelsurium von 7 bis 10 parallelen Mini Karrieren. Aus manchen wird etwas, aus manchen nicht. Gerade mache ich viel Netzwerkarbeit für Wirtschaftsförderungen. Ich habe jetzt gerade für die Wirtschaftsförderung vom Saarland gearbeitet und für das Goethe Institut Frankreich. Außerdem hatte ich bis vor Kurzem Lehraufträge an der FH Aachen und war Gastdozent an der Academie Beeldende Kunsten Maastricht. Parallel ziehe ich ein Latex Modelabel hoch. Und ganz aktuell hatte ich gestern mit diesem Latex Mode Label in der Kunstgalerie vorn und oben in Belgien meine erste Eröffnung. Da zeige ich bis Ende Januar so um die 10 Outfits.

Um die Latex Mode soll es auch bei deiner Veranstaltung im Rahmen des hello creator Festivals gehen, richtig?

Genau. Der Plan ist in der Kunstgalerie, wo momentan meine Latex Mode ausgestellt ist, einen virtuellen Rundgang mit einer kleinen Modeschau zu machen. Bei Mode bietet es sich natürlich auch an, dass diese von ein paar Models vorgestellt wird.

Ich würde gerne versuchen das Ganze für die Zuschauer so nahbar wie möglich zu machen. Bei virtuellen Veranstaltungen hat man ja ganz oft das Problem, dass alles so unnahbar wirkt. Auch wenn ich an virtuellen Veranstaltungen teilnehme und irgendwo die Kamera draufgehalten wird, wünsche ich mir immer, dass einmal umgeschwenkt wird, um zu sehen, was hinter der Kamera so los ist. Vielleicht würde man dann ein ganz unaufgeräumtes, chaotisches Bild sehen – das wäre doch mal interessant. Ein Freund von mir hat sich einen Rucksack gebaut, mit dem man mehrere Kameras steuern kann. Und vielleicht ergibt sich damit die Möglichkeit direkt im Livestream alles aus mehreren Perspektiven zu zeigen. Das würde die ganze Veranstaltung zugänglicher machen: Dann könnte man sehen, wie Backstage Leute nervös rumstehen oder durch die Gegend laufen. Ich stelle mir das persönlicher vor, als wenn man immer nur frontal auf das Geschehen hält.

Außerdem geht es ja nicht nur um meine Mode. Marco Iannicelli und Nora Huszka stellen zur gleichen Zeit ihre Kunst ja auch in der Galerie vorn und oben vor. Die Ausstellung war allgemein sehr spontan. Aber ich glaube, wir haben zu dritt jetzt eine sehr schöne, abwechslungsreiche Ausstellung geschaffen.

Das hello creator Festival ist als dezentral in der Euregio stattfindendes Festival kein normales Festival. Worin siehst du die Vorteile eines solchen dezentralen Festivals?

Ich habe das Gefühl, dass das kreative Schaffen oft mit großen Orten, wie Paris, NewYork oder Berlin verbunden wird. Ich hatte vor einiger Zeit ein Erlebnis: Ich stand mit noch mit ein paar anderen Menschen auf einer Terrasse und hab auf den Park hier beim Justizzentrum in Aachen heruntergeguckt. Es war Nacht und es war totaler Lärm, weil ein Mann durch den Park gelaufen ist und total gut gerappt hat. Allerdings haben sich alle aufgeregt, weil es so laut war. Wäre das jetzt aber in Berlin gewesen und man hätte das miterlebt, dann hätte man sich wahrscheinlich nicht aufgeregt, sondern dieses tolle Rappen sogar genossen. Es wäre dann einfach als Teil dieser tollen Stadt und Stadtkultur wahrgenommen worden. Wir sehen das kreative Schaffen und die kreative Kultur hier in Aachen und in der Euregio einfach nicht mehr. Und vielleicht schafft es ein Festival, wie das hello creator Festival, mal wieder aufzuzeigen, dass auch die Euregio eine tolle und vielfältige Kreativkultur hat, die einfach wieder sichtbar werden muss.

Glaubst du die Euregio hat für Kreativschaffende viel zu bieten?

Absolut. Man kann sich in den Zug setzen und ist in kürzester Zeit in tollen Städten wie Lüttich oder Maastricht. In Berlin bräuchte man die gleiche Zeit um einfach mal in den Wald zu kommen. Außerdem hat die Euregio eine tolle Industrie und bietet viele Arbeitsplätze. Die Lebensqualität und Spontanität, welche die Euregio Kreativschaffenden und Unternehmen bietet, ist groß.

Das einzige Problem, was im Speziellen Aachen hat, ist, dass es hier keine aufregende Subkultur mehr gibt. Oder vielleicht gibt es diese und sie ist einfach nicht mehr sichtbar. Damit aber Sartups und Kreativschaffende hierbleiben, ist es total wichtig, dass es eine gute, sichtbare Kreativkultur gibt. Nur dann kann man sich emotional mit dem Ort, an dem man lebt, identifizieren und der Anreiz hierzubleiben und Aktionen zu starten, ist größer.

Das hello creator Festival könnte dazu beitragen die Euregio im Allgemeinen und Aachen im Speziellen wieder mehr sichtbare Kreativität zu verleihen.

Wirst du im Rahmen des hello creator Festivals noch andere Events veranstalten?

Letzte Woche hat sich der Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein bei mir gemeldet. Plan ist mit diesem einen virtuellen Tag in Marcos und meinem Studio zu verbringen. So können die Design Studenten mal erfahren, wie die Arbeit als Designer nach dem Studium aussehen kann. Vielleicht könnte man dies auch als Livestream für andere Design-Interessierte anbieten. Ich glaube das könnte für viele interessant sein. Das ist allerdings alles noch in der Planung und steht noch nicht fest.

Wirst du noch an anderen Veranstaltungen als Teilnehmer mitmachen?

Ich werde bestimmt noch an der ein oder anderen Veranstaltung teilnehmen. Welche genau ich besuchen werde, weiß ich allerdings noch nicht. Ich freue mich aber auf jeden Fall darauf.


Interview with Fabian Seibert

Fabian Seibert is a designer from Aachen. As a graduated mechanical engineer of the RWTH Aachen and former student of the Academy Of Fine Arts & Design Maastricht, he has always been a creative of the Euregio, although his creative work internationally also takes him to different places. „For me, it’s very nice to go to Berlin once in a while and spend a week there,“ he says with a laugh in the interview, „But it’s just as nice to come back to Aachen, where I can let everything sink in and then continue again.“

Fabian Seibert is organizing a virtual exhibition with Nora Huszka and Marco Iannicelli at the Galerie vorn und oben in Belgium as part of the hello creator festival. Fabian Seibert talks about the exhibition of his latex fashion, the potentials of the Euregio for creative people and his plans for the hello creator festival in the interview with Creatopia.

Who are you? And what do you do?

I’m Fabian Seibert and I’m a designer and engineer. I studied mechanical engineering in Aachen and product and jewelry design in Maastricht. Right after my studies I started my own business quite naively. Since then I’ve been working on a hodgepodge of 7 to 10 parallel mini careers. Some turn into something, some don’t. Right now I’m doing a lot of networking for business development agencies. I have just worked for the Saarland Economic Development Agency and for the Goethe Institute France. In addition, until recently I had teaching assignments at the FH Aachen and was a guest lecturer at the Academie Beeldende Kunsten Maastricht. At the same time, I’m also starting up a latex fashion label. And quite topically I had with this latex fashion label my first opening.  

Your event at the hello creator festival will also be about latex fashion, right?

Exactly. The plan is to do a virtual tour with a small fashion show in the art gallery, where my latex fashion is currently exhibited. With fashion, of course, it makes sense to have it presented by a couple of models.

I would like to try to make the whole thing as close as possible for the viewers. With virtual events, you often have the problem that everything seems so unapproachable. Even when I take part in virtual events and the camera is held somewhere on it, I always wish that the camera would turn around to see what’s going on behind the camera. Maybe then you would see a very untidy, chaotic picture – that would be interesting. A friend of mine has built a backpack with which you can control several cameras. And maybe that would give you the possibility to show everything from multiple perspectives directly in the livestream. That would make the whole event more accessible: Then you could see backstage people nervously standing around or walking through the area. I imagine that would be more personal than if you were always looking at the event from the front.

Besides, it’s not just about my fashion. Marco Iannicelli and Nora Huszka are also presenting their art at the same time in the gallery. The exhibition was generally very spontaneous. But I think the three of us have now created a very nice, varied exhibition.

As a festival that takes place decentrally in the Euregio, the hello creator festival is not a normal festival. What do you see as the advantages of such a decentralized festival?

I often have the feeling that creative work is often associated with big places, like Paris, NewYork or Berlin. I had an experience some time ago: I was standing on a terrace with a few other people, looking down on the park here at the Justice Center in Aachen. It was night and there was a lot of noise because a man was walking through the park and rapping really well. However, everyone complained because it was so loud. But if this had been in Berlin and you had witnessed it, then you probably wouldn’t have been upset, but would have enjoyed this great rapping, because you take it as part of this great city and city culture. We just don’t see that here in Aachen and in the Euregio anymore. And maybe a festival like the hello creator festival will be able to show that the Euregio also has a great and diverse creative culture that simply has to become visible again.

Do you think the Euregio has a lot to offer creative people?

Absolutely. You can get on a train and be in great cities like Liège or Maastricht in no time. In Berlin, you would need the same amount of time just to get to the forest. In addition, the Euregio has a great industry and offers many jobs. The quality of life and spontaneity that the Euregio offers creative people and companies is great.

The only problem Aachen in particular has is that there is no exciting subculture anymore. Or maybe there is and it’s just not visible anymore. But in order for sartups and creative people to stay here, it’s totally important that there’s a good, visible creative culture.

The hello creator festival could contribute to the Euregio in general and Aachen in particular more visible creativity.

Will you organize other events as part of the hello creator festival?

Last week I was contacted by the design department of the Niederrhein University of Applied Sciences. The plan is to spend a virtual day with them in Marco’s and my studio. This way the design students can experience what working as a designer after graduation can look like. Maybe this could also be offered as a livestream for other people interested in design. I think that could be interesting for many. However, this is all still in the planning stages and hasn’t been decided yet.

Will you attend other events as a participant?

I will definitely participate in one or two other events. However, I don’t yet know exactly which one I will attend. But I am definitely looking forward to it.

web: suelzkotlett.de
instagram: @fabian.seibert
Twitter: @SUELZKOTLETT
LinkedIn: Fabian Seibert

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